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Aktuelle Buchempfehlungen
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Jean-Luc Bannalec, Bretonische Verhältnisse Ein Fall für Kommissar Georges Dupin, Bd 1 Kiepenheuer & Witsch 2012 sfr. 21.90 brosch Dupin, Pinguinliebhaber und koffeinsüchtig ist aus Paris in die hochsommerliche Bretagne versetzt worden. Von Concarneau, (bretonisch Konk-Kerne), wo er idyllisch in einem alten, typisch bretonischen Steinhaus wohnt, wird er ins pittoreske Pont Aven im Finistère (bretonisch Penn Ar Bed) abberufen. Dort wurde im legendären Hotel Central, wo sich schon Gauguin und andere Künstler aufhielten, eine Künstlerkolonie bildeten, der 91jährige Hotelbesitzer Pierre-Louis Pennec brutal ermordet. Wer begeht eine solche Tat und vor allem warum. Dies sind die ersten kausalen Fragen zu den Umständen, die immer verwirrender werden durch einen zweiten Mord am Sohn Pennecs. Ein echter, unbekannter, millionenschwerer Gauguin verschwindet, es tauchen nicht nur eine, sondern zwei Kopien auf. Die Bevölkerung schweigt sich aus und erschwert ihm die Nachforschungen. Stets bereit ist eine Kunsthistorikerin aus Brest, Dupin sachkundig zu beraten. Ein hochspannender, kluger, feinsinniger Krimi aus der Bretagne, in dem man sich die engen Gassen, Cafés, Gerüche und die Gezeiten vorstellen kann, mitgerissen wird von der ersten bis zur letzten Seite und auf Umwegen den eigensinnigen Kommissar Dupin in jeden Winkel begleiten können. Rapperswil, den 4.2.2012 Livia Roggwiller |
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Paulo Coelho, Aleph Diogenes 2012 sfr. 33.90 Aleph ist der Anfangsbuchstabe des Aramäischen, Hebräischen und Arabischen Alphabetes, in der Kabbala der Mathematik die Zahl, in welcher alle anderen enthalten sind, aber auch ein Punkt im All, in dem Raum und Zeit aufgehoben sind. In Coelhos „Aleph“ trifft der dritte Punkt zu. Wenn sich zwei Liebende an genau dieser Stelle treffen, leben sie zeitgleich in allen Inkarnationen. Der Ich-Erzähler (Paulo Coelho) besteigt in Moskau die Transsibirische Eisenbahn und reist mit seinen Verlegern, Dolmetscher, Agentin über Jekaterinburg, Nowosibirsk, Irkutsk bis nach Wladiwostok. Eine Lesereise soll es werden, um seine Leser kennen zu lernen, aber auch wieder König über sein eignes Leben zu sein. Ihnen drängt sich kurz nach Moskau die junge, begnadete Geigerin Hilal auf. Anfangs ist es Paulo unangenehm, wie sie sich in sein Leben mischt, überzeugt, ihn zu lieben und ihn nötig zu haben, um eigene Probleme lösen zu können. Je länger die Reise geht, werden sie sich beide ihrer gegenseitigen Anziehungskraft bewusst. Aus „Zufall“ treten sie auf der Verbindungsachse zweier Waggons ins Aleph. Paulo erkennt, dass Hilal das Mädchen war, das er während der Spanischen Inquisition verurteilt hatte, auf dem Scheiterhaufen zu sterben. Hilal vergab ihm damals aus Liebe. Heute weiss sie nur noch, dass es Vorkommnisse gab in einer anderen Zeit, die sie im Heute blockieren und Paulo derjenige ist, der sie erlösen kann. Hilal liebt Paulo wie eine Frau einen Mann liebt. Paulo liebt Hilal wie einen Fluss. Paulo ist verheiratet mit einer Frau, die er ebenfalls über Jahrhunderte kennt und für die er sich entschieden hat, weil auch sie sich erlösen können von der Ungerechtigkeit früherer Leben. Im Klappentext steht: Innehalten. Nachdenken. Träumen. Sich ausprobieren. Sich neu entdecken. Wach werden. Wagen. Handeln. Gewinnen. Mit „Aleph“ beginnt ein neues Kapitel in Ihrem Leben! Wagen Sie es. Mit hat es mit vielen Denkanstössen einige Stunden bereichert und ich frage mich heute: Will ich mich rückführen lassen und wissen, wer ich einmal war? Meine Denkmuster überprüfen – und ändern??? Rapperswil, den 14.1.2012 Livia Roggwiller |
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Arto Paasilinna, Die wundersame Reise einer finnischen Gebetsmühle Lübbe 2012 sfr. 27.50 Lauri Lonkonen steht auf einem Felsen mitten im Meer, im neuen Anzug, frisch gekündigt, das Wasser am Hals und hofft auf Rettung. Diese erfolgt durch seinen Freund Kalle Homanen, der ihm gleich auch einen neuen Job verschafft. Kalle hat eine neue Gebetsmühle erfunden, die er mit Andachten in allen Sprachen und Glaubensrichtungen speisen möchte. Zu diesem Zweck gehen die zwei Freunde nach Asien und auf ihre Verkaufsreise. In New Delhi werden sie von den chinesischen Diplomaten in der Botschaft empfangen, die sofort merken, dass Lauri und Kalle etwas ausserordentlich Wertvolles kreiert haben. Beim opulenten Essen mit 16 Gängen, vertieft die Tafelrunde die politischen Verbindungen zwischen Finnland und China und die Gäste bekommen als kleine Aufmerksamkeit von den chinesischen Abgeordneten 2 Mungos geschenkt. Mit diesen beiden anhänglichen Tierchen reisen unsere Erfinder weiter mit Ziel Lhasa, dem ehemaligen Sitz des Dalai Lama. In Lhasa quartieren sie sich in einem Kloster ein, werden als Spione verdächtigt und in ihren eigenen Zellen eingesperrt. Der Zufall will es, dass der Gefängnisarzt auch ein Finne ist und ihnen zur Flucht verhilft. Sie treffen den Dalai Lama, einen Yeti, erfinden eine neue Weltreligion, lassen ihre Gebetsmühle füllen, welche ein Eigenleben entwickelt und ihren Inhalt an unmöglichen Orten herausbrüllt , 100000 Menschen treffen sich zum Fest der neu gegründeten Religion auf dem Inarisee, ihre Frauen veranstalten Pick-Nicks auf dem stürmischen See… Es ist wieder eine herrliche, wundersame Geschichte, typisch Paasilinna, gespickt mit Humor und schrägen Szenen, spannend bis zum Ende. Rapperswil, den 25.1.2012 Livia Roggwiller |
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Irène Némirovsky, Meistererzählungen Knaus 2011 sfr. 28.50 Obwohl ich diese Erzählungen bereits in Französisch gelesen habe, bin ich immer wieder erstaunt gewesen, mit welcher Grösse und inneren Distanz Némirovsky zur damaligen Zeit ihre Protagonisten den Krieg erleben lässt, in einer Zeit der existenziellen Gefährdung. Da ist der wohlhabende Jude, der in der Provinz von seiner ärmlichen Abstammung erfährt. Zwei Brüder entdecken auf einem Foto ihren Halbbruder. Ein Mädchen aus St. Petersburg findet in Finnland ein verlassenes Haus im Wald… Meisterhaft erzählt die jüdische Autorin von der behäbig-bigotten Provinz, der satten Bourgeoisie Frankreichs, der Brüchigkeit der damaligen Existenz in 9 Kurzgeschichten, von denen vor allem „Rausch“ kurz nach Erscheinen 1934 als meisterhaft bezeichnet wurde. Alle ihre Geschichten kreisen um Intrigen, verbotene Leidenschaften, Freiheitsdrang, Flucht und dunkle Geheimnisse. Wer Némirovskys Werk noch nicht kennt, dem sei dieses Buch als Einstieg wärmstens empfohlen. Ein Meisterwerk. |
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| Andrea De Carlo, Sie und Er Diogenes 2012 sfr. 38.90 Ein unwahrscheinlich lebendiges, spritziges, intelligentes Buch, gespickt mit Italianità. Clare, von ihrem fast Verlobten Stefano nur Mäuschen genannt, hat sich in der Situation einer ruhigen, vorhersehbaren, geordneten Beziehung mit ihm arrangiert. Er ist der Typ Anwalt, alles muss korrekt sein, die Einrichtung steril, kalt, funktional. Ihre vorherige Beziehung war das genaue Gegenteil, chaotisch, wild, unzuverlässig, deshalb geht es ihr gut darin, eine nette Familie wird geplant. Plötzlich werden sie in einen Autounfall verwickelt, Clare hilft dem fremden Fahrer Daniel Deserti aus dem Auto und sie tauschen wegen der Versicherung die Telefonnummern aus. Ziemlich barsch werden Termine gemacht, Clare reagiert unwirsch, Daniel ebenso. Zu Unzeiten telefonieren sie sich, treffen sich, weil beide gemerkt haben, sie haben sich erkannt. Nun fängt ein Spiessrutenlauf an. Clare flieht in ihr Häuschen am Mittelmeer, Daniel spürt sie dort auf. Daniel muss in der Provence seine Bücher holen, die noch bei seiner zweiten Ex-Frau lagern und da er seinen Führerschein abgeben musste, zwingt er Clare, ihn dorthin zu chauffieren. Sie kommen sich immer näher und erleben die einzige Liebe des Lebens. Clare ist im Zweifel. Wilde, stürmische Liebe oder gutbürgerliche Ehe. Wird zwischen den beiden Polen hin- und hergerissen. Daniel benimmt sich komisch, zurück. An einem Fest macht Stefano Clare einen Heiratsantrag, kniet vor ihren Füssen, sie hält es nicht mehr aus, stürmt nach Hause, packt ihre Sachen, bucht einen Flug nach Kanada, will zu ihrer Schwester und weiss, sie kommt nicht mehr zurück. Daniel erfährt von ihrer Flucht, bucht ebenfalls, weiss nicht von wo sie abfliegt, Malpensa oder Linate. Von einem Flughafen zum andern hetzt er, sieht ihren orangen Koffer, fliegt aus Geratewohl, nimmt in Kanada ein Taxi, rast dem orangen Koffer hinterher, verpasst sie wieder….. Hochspannung und Dramatik bis zur letzten Seite. Ein typischer De Carlo und Arcodamore ebenbürtig. Livia Roggwiller |
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| Antonia Baum, Vollkommen leblos, bestenfalls tot Hoffmann und Campe, CHF 32.90 Die Hauptperson Julia, hatte keine schöne Kindheit, ihre Eltern stritten sich dauernd und auch mit der neuen Freundin des Vaters, kam es immer wieder zu Streit. Also flieht sie in die Stadt zu Patrick, der ihr Halt geben soll, doch er will und braucht nur eine perfekte Puppe als Frau, in seinem perfekten Leben, die Julia nicht sein kann. Als sie das erste Mal ein Mann fasziniert, ist er nach ein paar Stunden schon wieder weg. Aber sei beschliesst ihn zu suchen, auch wenn sie sich nur an seinen Geruch und einen Bruchteil seines Namens erinnert. Das Buch ist sehr, sehr speziell geschrieben, entweder gefällt es einem oder nicht, anders kann man es nicht formulieren. |
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| Daniel Glattauer, Ewig dein Deuticke, CHF 25.90 (erscheint im Februar 2012) Die 37-jährige Judith denkt eigentlich, dass sie weiss wie die Männer ticken und macht sich keine allzu grossen Hoffnungen mehr, die Liebe des Lebens noch zu finden. Doch dann begegnet sie Hannes, der aufmerksam ist, ihr Komplimente macht, sie besucht und immer für sie da ist. Zu Beginn fühlt sich Judith sehr geschmeichelt, doch mit der Zeit überfordern sie Hannes‘ aufdringliche Liebesbeweise. Selbst als sie Schluss macht, hört er nicht auf damit, sie ständig anzurufen oder Überraschungen für sie zu planen. Überraschungen die ihr Angst machen, denn er hat sich in ihren Freundeskreis geschlichen, der in all den Gesten nichts Bedrohliches sieht. Als sich Judith sich schlussendlich ihrem Lehrmädchen anvertraut und sie ihr bereitwillig hilft, entdecken sie, dass ihr Hannes nicht immer ganz so ergeben war, wie er stets behauptete… Das Buch ist perfekt für Leute, die gerne solche Bücher lesen, welche viele Möglichkeiten offen lassen und den Leser zum Mitdenken anregen. Ausserdem ist es zwischendurch auch ein wenig humorvoll geschrieben. |
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| Paul Wittwer, Widerwasser Nydegg Verlag 2011 sfr. 39.— Der Arzt Mauro Matter hatte seit seiner Kindheit ein schwieriges Leben. Eine Alkoholikerin als Mutter, der Vater verliess sie beide früh, kurz vor der Facharztprüfung gerät er privat wie beruflich an einen Tiefpunkt. Er will seine Identität wechseln – und bekommt unverhofft eine Chance dazu. Limacher, der leitende Fahnder der Kantonspolizei, ebenfalls gerade getrennt von seiner Frau, packt erst gar nicht seine Schachteln aus, er sitzt lieber im „Nullpunkt“. Erfolgreich ist nur der Camorra-Boss Vicenzo lo Russo, genannt die Katze. Durch den Entscheid Matters, die Identität zu wechseln, verstricken sich die Leben der drei Männer auf fatale Weise. Paul Wittwer ist Allgemeinmediziner. Der vorliegende Band sein dritter Kriminalroman nach „Eiger, Mord und Jungfrau“ und „Giftnapf“. |
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